Roadmap

Der Aufbau und die Nutzung eines Materials Data Space® kann nur von der industriellen Community gemeinsam mit der Forschung bewerkstelligt werden. Denn erst in der digitalen Durchgängigkeit und Verknüpfung über mehrere Akteure hinweg erreicht er seine volle Leistungsfähigkeit.

Schlüssel für die Implementierung eines Materials Data Space® sind Datenformate, Datensicherheit, Schnittstellen, Datenbanken, Datenerfassung und -aufzeichnung (Messen und Prüfen) sowie Datenaustauschregeln, die parallel zu einer gesamten Wertschöpfungskette zu etablieren sind. Charakteristisch für den Materials Data Space® ist, dass dieser im Mittelpunkt eines unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsnetzwerks steht, an dem die gesamten Produktions- und Lieferketten beteiligt sind.

Im Konzept des Materials Data Space® können innerhalb eines Unternehmens andere Daten zur Verfügung gestellt werden als über die Unternehmensgrenzen hinaus, um das jeweilige Know-how zu schützen und nur die für den Weiterverarbeiter erforderlichen Daten über sichere Datencontainer zu teilen. Dadurch besteht innerhalb eines Unternehmens ein wesentlicher Mehrwert darin, dass Daten über Fertigungsanlagen hinweg geteilt und in fortschrittlichen Prozessmodellen zur Erhöhung der Wertschöpfung eingesetzt werden können.

Die Vielfalt der zu bearbeitenden Fragestellungen erfordert, dass nicht einzelne Akteure, sondern eine Industrie-Community gefragt ist, um die verborgenen Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Um den komplexen Prozess der Entwicklung eines Materials Data Space® in Gang zu bringen, müssen notwendigerweise systemisch angelegte Pilotprojekte (Demonstratorprojekte) gestartet werden, um als Keimzellen für die erforderlichen neuen Strukturen dienen zu können. Gleichzeitig muss der Gesamtprozess moderiert werden, um die Einzelentwicklungen bereits in frühen Stadien miteinander abzugleichen, damit Standards zu setzen und die Verknüpfung mit dem Industrial Data Space sicherzustellen.

Prädestiniert, um die Idee von Industrie 4.0 beispielhaft umzusetzen, ist der Automobilbau. Er weist einen hohen Digitalisierungsgrad auf und ist enger als andere Branchen mit dem klassischen Maschinen- und Anlagenbau verbunden. Für den Bereich Automobilbau werden deshalb drei Use Cases aus jeweils anderer fachlicher Perspektive für drei unterschiedliche Material- bzw. Werkstoffgruppen vorgestellt. Sie beschreiben exemplarisch für den jeweiligen Anwendungsbereich, welche Entwicklungen von der Werkstoffherstellung und -verarbeitung in Hinblick auf Industrie 4.0 erwartet werden.

Darüber hinaus leiten sie die zu bearbeitenden Forschungsfragen und -aufgaben ab, welche in unterschiedlichen Zeithorizonten in der Material- und Werkstoffforschung in Deutschland auf dem Weg zu Industrie 4.0 bearbeitet werden müssen. Damit sollen konkrete Impulse gegeben werden, um den komplexen Prozess der Entwicklung eines Materials Data Space® innerhalb des Industrial Data Space rechtzeitig durch Pilotprojekte in Gang zu setzen.